Bilderbuch

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Mohn

Foto
Der Mohn

Wie dort, gewiegt von Westen,
Des Mohnes Bl├â┬╝te gl├â┬Ąnzt!
Die Blume, die am besten
Des Traumgotts Schl├â┬Ąfe kr├â┬Ąnzt;
Bald purpurhell, als spiele
Der Abendr├â┬Âte Schein,
Bald wei├â┼Ş und bleich, als fiele
Des Mondes Schimmer ein.

Zur Warnung h├â┬Ârt ich sagen,
Da├â┼Ş, der im Mohne schlief,
Hinunter ward getragen
In Tr├â┬Ąume schwer und tief;
Dem Wachen selbst geblieben
Sei irren Wahnes Spur,
Die Nahen und die Lieben
Halt’ er f├â┬╝r Schemen nur.

In meiner Tage Morgen,
Da lag auch ich einmal,
Von Blumen ganz verborgen,
In einem sch├â┬Ânen Tal.
Sie dufteten so milde!
Da ward, ich fühlt es kaum,
Das Leben mir zum Bilde,
Das Wirkliche zum Traum.

Seitdem ist mir best├â┬Ąndig,
Als w├â┬Ąr es nur so recht,
Mein Bild der Welt lebendig,
Mein Traum nur wahr und echt;
Die Schatten, die ich sehe,
Sie sind wie Sterne klar.
O Mohn der Dichtung! wehe
Ums Haupt mir immerdar!


Uhland, Ludwig (1787-1847)


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06.07.2012 Blume | 1 Kommentar

1 Kommentar

  1. Bei dem klasse Foto und genialen Text kommt freute auf.
    Sch├â┬Ân!!!
    Gru├â┼Ş, Lothar

    Comment by Lothar | 7. Juli 2012

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